Potenzialausgleich in der Veranstaltungstechnik – neue Klarheit durch die deutsche DIN 15767:2025-04

Der Potenzialausgleich gehört in der Veranstaltungstechnik seit Langem zum festen Bestandteil sicherer Setups. Mit der deutschen DIN 15767:2025‑04 wird seine Rolle nun noch klarer definiert: Er ist eine sicherheitsrelevante Schutzmaßnahme. Eine sichtbare Folge dieser Klarstellung ist, dass handbedienbare Flügelmuttern oder Knebel für den Anschluss des Potenzialausgleichs nicht mehr als normkonform gelten.

Der Hintergrund ist schnell erklärt. Der Potenzialausgleich soll verhindern, dass zwischen gleichzeitig berührbaren leitfähigen Teilen gefährliche Spannungsunterschiede entstehen. In temporären Aufbauten mit mobilen Anlagen,wechselnden Einspeisungen und oft direkter Nähe zu Publikum ist das eine besonders sensible Aufgabe. Die DIN 15700 beschreibt diese Einsatzbedingungen ausdrücklich als anspruchsvoll und leitet daraus erhöhte Anforderungen an die Dauerhaftigkeit und Eindeutigkeit der Verbindung ab.

Die deutsche DIN 15767 greift diesen Gedanken auf und formuliert ihn bewusst klar: Der Anschluss des Potenzialausgleichs darf im Betrieb nicht unbeabsichtigt verändert oder unterbrochen werden. Als normkonforme Lösungen nennt sie entweder Anschlussdosen für mobile Potenzialausgleichssysteme nach DIN 15700 oder fest installierte Gewindeanschlüsse mit Muttern, die nur mit Werkzeug gelöst werden können. Handbedienbare Anschlüsse werden dabei ausdrücklich nicht mehr berücksichtigt.

Das ist keine Neubewertung oder Abwertung dessen, was über viele Jahre hinweg gängige Praxis war. In der internationalen Veranstaltungstechnik wurden und werden Flügelmuttern und ähnliche Lösungen vielfach eingesetzt und haben sich im Arbeitsalltag bewährt. Die DIN 15767:2025‑04 verfolgt jedoch einen klar normativen Ansatz: Sie betrachtet den Potenzialausgleich konsequent als Teil der Schutzmaßnahmen und verlangt deshalb eine Ausführung, bei der Veränderungen immer an einen bewussten, werkzeuggebundenen Eingriff geknüpft sind.

Die DIN 15700 liefert hierfür den technischen Rahmen. Sie beschreibt mobile Potenzialausgleichssysteme so, dass ihre Funktion auch bei Umbauten oder Teilabbauten erhalten bleibt und sicherheitsrelevante Verbindungen eindeutig gesichert sind. Werkzeuggebundene Anschlüsse sind dabei kein Selbstzweck, sondern Ausdruck dieses Sicherheitsgedankens.

Wichtig ist auch die internationale Einordnung. Sowohl die DIN 15767 als auch die DIN 15700 sind deutsche Normen. International gelten teils andere Regelwerke, Standards oder bewährte Praktiken. Wer global arbeitet, bewegt sich daher regelmäßig zwischen unterschiedlichen normativen Anforderungen. Innerhalb des Geltungsbereichs der deutschen DIN‑Normen ist die Linie nun jedoch eindeutig definiert.

Unterm Strich sorgt die deutsche DIN 15767:2025‑04 vor allem für eines: Klarheit. Sie ordnet den Potenzialausgleich dort ein, wo er hingehört – bei den Schutzmaßnahmen. Flügelmuttern waren lange Teil des Alltags. Normativ setzt man hier nun bewusst auf eindeutig gesicherte, werkzeuggebundene Lösungen.

 

Ein Beispiel für eine normkonforme Umsetzung nach der deutschen DIN 15767:2025‑04 ist unser duales Erdungssystem.

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Es kombiniert einen klassischen Erdungsbolzen mit einem HAN‑GND‑Anschluss und verbindet damit internationale Praxis mit den klaren Anforderungen der deutschen Norm.

Der Erdungsbolzen besitzt bewusst das gleiche Gewinde, wie die Flügelmuttern, welche international gerne eingesetzt werden. Somit ist die Verwendung einer Flügelmutter außerhalb des DIN-Anforderungsbereiches hier grundsätzlich möglich. Der entscheidende Unterschied liegt nicht im Gewinde, sondern in der normgerechten Ausführung: Die Verbindung ist werkzeuggebunden und erfüllt damit die Anforderungen der DIN 15767 an einen gesicherten Potenzialausgleich.

Ergänzt wird der Erdungsbolzen durch einen HAN‑GND‑Anschluss als steckbare, eindeutig gesicherte Lösung für mobile Potenzialausgleichssysteme nach DIN 15700. Anwender erhalten damit maximale Flexibilität bei gleichzeitig klarer normativer Einordnung.

Gerade in internationalen Projekten schafft dieses duale Konzept einen praxisnahen Übergang zwischen etablierten Arbeitsweisen und den spezifischen Anforderungen der deutschen DIN‑Normen – ohne Brüche, ohne Umdenken, ohne Kompromisse bei der Sicherheit.

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